Frank Duprees Debüt London Philharmonic Orchestra
Frank Dupree | Pianist
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Frank Duprees Debüt mit dem London Philharmonic Orchestra

Der Pianist Frank Dupree begeisterte das Publikum bei seinem UK-Debüt mit dem London Philharmonic Orchestra am Samstag, den 21. Oktober, mit Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 in der Londoner Royal Festival Hall. Peter Reed (Classical Source) war voll des Lobes und beschrieb das Konzert als "spannend" und "unvergesslich". Seine größte Anerkennung galt jedoch dem jungen deutschen Pianisten:


„Der 26-jährige Dupree wurde unter anderem im Jazz-Schlagzeug ausgebildet. Ihn als vielseitig interessierten Musiker zu bezeichnen, wäre eine starke Untertreibung, was auch seine Beethoven-Interpretation bewies. Dieses Konzert umfasst das gesamte Spektrum von der Mozartschen Molltonalität, über den Geist mondbeschienener deutscher Romantik bis hin zum musikalischen Äquivalent der Stand-Up-Comedy. Dupree wird diesem breiten Spektrum mit seinem stilsicheren Zugang, seiner Autorität und einer unwiderstehlichen Prise Glamour voll und ganz gerecht. Im ersten Satz übernimmt er eindrucksvoll leichtfüßig die Kontrolle, um kurz danach in der Kadenz einen furiosen Ausbruch zu wagen – er reizt die Grenzen der Beethovenschen Ausdrucksmöglichkeiten ohne Übertreibung gänzlich aus. Dupree geht hier auf volles Risiko, weiß jedoch an den entscheidenden Stellen in den Hintergrund zu treten, um die musikalische Entwicklung deutlich zu machen. Er verfügt über eine beachtliche klangliche Bandbreite und eine geschmeidige, rhythmische Technik. Seine gebrochenen Oktaven und muskulösen Triller sind elektrisierend. Dabei geht er sparsam mit dem Pedal um. Der langsame Satz, den Dupree mit einem wunderbar schwerelosen Klang gestaltet, lässt ganz unverhohlen Anklänge an den bel canto erkennen. Das Klavier scheint in Beethovens Traumwelt frei zu schweben, um wiederum im kontrastierenden Finale mit einem schonungslosen wie atemberaubenden musikalischen Wettstreit aufzuwarten.

Prieto leitet durchweg mit eleganter, entschiedener Geste und kommt Dupree mit großem Feingefühl entgegen. Gleichzeitig ermutigt er das Orchester zu differenziertem Spiel und schafft insbesondere einen wunderschön, reinen Holzbläserklang – die Rolle des Fagotts im ersten Satz und das Duo zwischen Fagott und Klarinette im Finale waren so charaktervoll und fein gearbeitet, dass man es sich nicht besser wünschen konnte. Es war ein äußerst vielversprechender Einblick in Frank Duprees künstlerisches Schaffen.“

Samstag, 21. Oktober 2017, Southbank Centre, London – Royal Festival Hall
von Peter Reed

Biografie

Der deutsche Pianist Frank Dupree sorgte international für Aufsehen, als er 2014 zum einzigen Preisträger des Deutschen Musikwettbewerbs gekürt wurde. Mit seiner musikalischen Reife, seiner ausgefeilten Technik und seiner Fähigkeit, dem Flügel ein breites Spektrum an Klangfarben zu entlocken, faszinierte er die Jury. Pianisten-Legende Emanuel Ax beschreibt ihn als einen „außergewöhnlichen, empfindsamen und enorm interessanten Künstler, der ohne Zweifel eine bedeutende Rolle bei den führenden Musikern seiner Generation spielen wird.“

Zunächst wurde Frank Dupree als Jazz-Schlagzeuger ausgebildet, um sich später voll und ganz dem klassischen Klavierrepertoire zuzuwenden. Seither widmet er sich mit großer Begeisterung auch der Musik des 20. Jahrhunderts sowie den Werken zeitgenössischer Komponisten. So verbindet ihn eine enge Zusammenarbeit mit Péter Eötvös (Erdenklavier – Himmelklavier, Weltersteinspielung im Jahr 2015 beim Label GENUIN classics) und Wolfgang Rihm (Con Piano? Certo!, Uraufführung mit GMD Justin Brown und der Badischen Staatskapelle Karlsruhe im Juni 2015).

Zu Beginn der Saison 2017/2018 gab Frank Dupree sein Debüt in Großbritannien mit Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 in c-Moll und dem London Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Carlos Miguel Prieto. Als ehemaliger Artist-in-Residence der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz führt Frank auch in dieser Saison seine eigens initiierte Konzertreihe Connect it! fort und gestaltet kreative, stilübergreifende Konzertprogramme, in denen er Klassik und Jazz miteinander kombiniert und alle Beethoven Klavierkonzert vom Klavier aus selbst dirigiert. Weitere Highlights dieser Saison sind Konzerte in der Londoner Wigmore Hall, im Royal Birmingham Conservatoire, in der Saffron Hall, im BOZAR in Brüssel, im Baden-Badener Festspielhaus, im Teatro Alighieri Revenna und Konzerte mit den Essener Philharmonikern, den Stuttgarter Philharmonikern (play/direct), den Duisburger Philharmonikern und dem Philharmonie Orchester Breslau.

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